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Der etwas andere Weihnachtsabend – und was ich davon ins neue Jahr mitnehme

Es war der 25. Dezember. Die Vorfreude war groß.

Seit Wochen hatten die Mädchen Geschenke gebastelt und heimlich in ihrem Zimmer versteckt. Der Baum war geschmückt, die Kerzen brannten, die Zutaten für das Fondue Chinoise lagen bereit. Alles schien vorbereitet für einen gemütlichen Weihnachtsabend.

Doch dann kam es anders.

Unser Besuch sagte krankheitsbedingt kurzfristig ab. Die Kinder waren übermüdet von der Weihnachtsfeier am Vortag. Das Fleisch wurde wegen der zu kalten Bouillon nicht gar. Und als wäre das nicht genug, stürzte unser zweijähriger Sohn die Treppe hinunter. Eine Platzwunde, die genäht werden musste.

Hatten wir uns unseren Weihnachtsabend so vorgestellt? Natürlich nicht.

Später am Abend lagen mein Mann und ich auf dem Sofa und schauten einen Weihnachtsfilm von The Chosen. Und mitten in all dem Chaos wurde ich erneut berührt von diesem Gott, der als Baby in eine unperfekte, laute und ungeordnete Welt kam. Ein Gott, der den Menschen genau dort begegnet, wo sie stehen.
Und der Frieden bringt – unabhängig davon, wie chaotisch das Leben gerade ist.

Uns wurde klar: Genau diesem Licht und diesem Frieden wollen wir in unserer Familie immer mehr Raum geben. Nicht nur dann, wenn alles nach Plan läuft.

Doch wie gelingt Gelassenheit im ganz normalen Familienalltag?
Ein Gedanke wurde mir dabei im letzten Jahr besonders wichtig: Wichtiges und Dringendes unterscheiden. Johannes Hartl beschreibt in Die Kraft eines fokussierten Lebens – angelehnt an Dwight D. Eisenhower – diesen Unterschied sehr treffend. Wichtig sind Dinge, die unserem Leben Tiefe geben. Insbesondere Beziehungen. Dringend sind Dinge, die sofort erledigt werden müssen – wie Fleisch einkaufen, wenn man am nächsten Tag Fondue Chinoise kochen möchte. Und dann gibt es noch all das Unwichtige und Nicht-Dringende: Ablenkungen in allen Formen.

Was habe ich daraus gelernt?
Unvorhergesehenes wird immer passieren. Und es ist oft dringend. Eine Platzwunde wartet nicht. Doch das wirklich Wichtige ist selten dringend. Zeit mit meinen Kindern. Ein Buch vorlesen. Gemeinsam neue Spielsachen ausprobieren. All das drängt sich nicht auf und ist doch entscheidend.

Was heißt das für die kommenden Monate?
Ich möchte meinen Fokus bewusster auf das legen, was wirklich zählt. Ich will mir konkret notieren, was die Beziehung zu meinen Kindern stärkt, und mir dafür Zeit nehmen. Und an Weihnachten? Pizza auf dem Sofa vielleicht. Ungefährlich, gemütlich und voller Quality-Time.

Wie reagierst du auf Unvorhergesehenes?
Welche Dinge sind dir wirklich wichtig, finden aber im Alltag keinen Platz, weil sie nicht dringend erscheinen?
Welche wichtigen Dinge willst du dir in diesem Jahr ganz bewusst vornehmen?

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