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Unser Geschirrspüler hat den Geist aufgegeben, im 27. Betriebsjahr. Ein Servicetechniker kam vorbei, um das defekte Gerät zu überprüfen. Ich nutzte die Gelegenheit und schilderte ihm alles, was an der Maschine nicht mehr funktionierte. Er nahm es ruhig zur Kenntnis, machte sich Notizen, warf einen kurzen Blick auf das Gerät und sagte knapp: „Herr Bareth, ich sehe das Problem. Wir finden eine Lösung.“

Dieses Gespräch war auf eigenartige Weise wohltuend. Einerseits, weil er mir keine langwierigen Erklärungen lieferte, weshalb dieses oder jenes Bauteil den Dienst versagt hatte. Und andererseits, weil der Raum ganz meinen Schilderungen gehörte. Er erzählte mir nicht, dass seine Kaffeemaschine zu Hause auch gerade streikte.

In unseren Partnerschaften sollten wir uns alle auch öfter wie ein guter Servicetechniker verhalten. Wenn unser Gegenüber äußert, was gerade nicht funktioniert, braucht die andere Person in diesem Moment keine ausführlichen Begründungen, woran das liegt. Und sie will auch nicht wissen, was für uns selbst gerade schwierig in der Beziehung ist.

In der Praxis fällt uns das oft schwer. Wenn der Partner oder die Partnerin ein Anliegen oder eine Kritik äußert, kommt in uns oft sofort ein Schutzreflex auf. Wir fühlen uns angegriffen, wollen uns erklären oder schlagen mit eigenen Vorwürfen zurück. Diesem Impuls der Selbstbezogenheit gilt es etwas entgegenzusetzen.

Anders als beim Geschirrspüler geht es in einer Beziehung allerdings selten um eine rein pragmatische Reparatur oder gar um ein Auswechseln des „Geräts“. Wer sich öffnet, sucht meist nicht nur eine Lösung, sondern auch emotionale Validierung – das Gefühl, mit den eigenen Bedürfnissen gesehen und ernst genommen zu werden.

Das bedeutet nicht, dass eine Partnerschaft zur Einbahnstraße werden soll. Niemand ist der dauerhafte Dienstleister des anderen. Doch erst wenn wir uns zuerst uneingeschränkt um das Anliegen unseres Gegenübers gekümmert haben, entsteht bei der anderen Person überhaupt wieder der Freiraum, um auch unsere Anliegen anzuhören.

Das Bild des Servicetechnikers erinnert uns daran, unsere natürliche Neigung zur Selbstbezogenheit bewusst zu überwinden und uns einfach ausschließlich um das Anliegen der anderen Person zu kümmern. Stephen Covey bringt dieses Prinzip in „Die 7 Wege zur Effektivität“ auf den Punkt: Versuche zuerst zu verstehen, bevor du verstanden wirst. Wenn uns das gelingt, macht uns das nachweislich glücklicher und führt dazu, dass sich unser Gegenüber gehört und verstanden fühlt.

Next Level für deine Beziehung
Versuche mal, in den Servicetechniker-Modus zu wechseln, wenn für dein Gegenüber etwas in eurer Partnerschaft nicht mehr funktioniert.

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