Es gibt Wirtschaftsunternehmen, die werden von Eigentümern geführt. Und es gibt Geschäfte, die werden von einer angestellten Person gemanagt. Diese anderen Voraussetzungen prägen Denkweise und Verhalten.

Frank, der Eigentümer, hat eigenes Geld in sein Geschäft gesteckt. Als Inhaber trägt er das Risiko und hat ein Interesse daran, dass das Unternehmen langfristig floriert. Er ist verbunden mit seinem Unternehmen.

Petra, die Managerin, hat eine Vertragsbeziehung mit dem Geschäft. Sie steckt ihre Kraft für eine gewisse Zeit in das Unternehmen und erhält dafür Lohn mit Bonus. Sieht sie eine lukrativere Herausforderung, zieht sie weiter und optimiert ihren Lebenslauf.

Ich kann meine Ehe managen wie Petra oder wie eine Inhaberin führen. Anstrengend ist beides.

Die Art, wie wir über Ehe denken, beeinflusst unser Handeln. Ist unser Verständnis von Ehe geprägt von der Vorstellung einer «Vertragsbeziehung» oder der Idee eines «Bundes»?

Wer Ehe wie Managerin Petra betrachtet und sie als Vertrag versteht, wird sich auch so verhalten: Wenn ich schon investiere, will ich einen Return sehen! Was kriege ich für mein Engagement? Wird der Vertrag eingehalten? Komme ich auf meine Kosten oder gibt es anderswo bessere Optionen? Wie sieht es unter dem Strich aus und rechnet sich das noch?

Wer Ehe als Bund versteht, verhält sich wie ein Inhaber: Er verfolgt einen langfristigen Horizont und stellt das Florieren der Ehe über seine eigenen kurzfristigen Interessen.

Hier hinkt der Vergleich mit Inhaber und Managerin. Denn weder Frank noch Petra werden weiterhin liefern, wenn die Zahlungen des Kunden ausbleiben. Hier hilft weiter, wenn ich überlege, wer den Bund ursprünglich erfunden hat: Gott bot und bietet seinen Menschen einen Bund und sein «Ja» an. Er übernimmt dabei die vollen Kosten und verschenkt sich – auf Hoffnung hin.

Gott hätte die Ehe auch als Vertrag konzipieren können. Dass Gott mir zutraut, meine Ehe als Bund zu betrachten und mich entsprechend auf Hoffnung hin zu verschenken, ohne einzufordern, berührt mich. Gleichzeitig ticke ich aus mir heraus wie Managerin Petra, welche die Einhaltung des Vertrags einfordert. Damit ich Ehe als Bund sehen und leben kann, brauche ich immer wieder viel übernatürliche Unterstützung. Und dass mein Mann geduldig ist, hilft natürlich auch.

 

NEXT LEVEL FÃœR MEINE BEZIEHUNG:
Betrachte ich meine Ehe als eine Vertragsbeziehung oder als einen Bund?

Elisabeth Skottke mag unternehmerisches Handeln und verantwortet die Kommunikation im Verein Schweizerisches Weisses Kreuz (www.swk.swiss). Sie und ihr Mann hoffen, dieses Jahr den Hochzeitstag einmal nicht zu vergessen. Denn es wird der zwanzigste sein.